Dass Techno eine große und vor allem treue Fanszene hat, wird nicht zuletzt auch in den riesigen Parties und den beeindruckenden Veranstaltungen deutlich – man denke nur an solche Großevents wie die Sensation White oder Sensation Black, bei denen alle Besucher komplett weiß, respektive schwarz, angezogen sind, oder an das dreitägige Tomorrowland Festival, das nicht nur beeindruckende Bühnenaufbauten hat, sondern bei dem auch die Campingplätze in verschiedenen Stilen dekoriert und ausgestattet sind. Aber die “Mutter” all dieser Veranstaltungen ist und die bis dato größte und bekannteste Techno-Veranstaltung ist die von 1989 bis 2010 jährlich veranstaltete Love Parade.

Eine Party – getarnt als Demonstrationszug

Gestartet von DJ-Legende Dr. Motte und der Künstlerin Danielle de Picciotto, war die erste Love Parade im Sommer 1989 in Berlin offiziell als politische Demonstration angemeldet, da die beiden befürchteten für eine Party keine Erlaubnis zu bekommen. Dabei ging es nicht einmal mehr darum, eine solche Welle loszutreten: letztendlich war die erste Love Parade eine Schnapsidee, wie Dr. Motte seine Geburtstagsparty unvergesslich machen könnte. Zehn Jahre später verzeichnete die Parade, die nach wie vor als politische Demonstration angemeldet war, bereits 1,5 Millionen Teilnehmer. Das Motto: feiert die Liebe und feiert die Musik. Die Technoszene war zwiegespalten, bezüglich dieser Parade. Manche befürchteten, die Love Parade würde Techno zu sehr in den Mainstream rücken. Sie hatte auch definitiv großen Einfluss auf den Bekanntheisgrad des recht jungen Genre innerhalb Deutschlands.

2001 wurde der Parade letztendlich der Status als “Demonstration” aberkannt und Dr. Motte beendete sie nach zwei weiteren Anläufen in 2004 und 2005 offiziell. 2006 startete sie wieder, jedoch unter einem neuen Veranstalter und ohne den Segen des Gründers und Initiators Dr. Motte, der die neue Veranstaltung als rein kommerziell und weit ab von der originären Idee bezeichnete.

2010 kam es dann zu einem tödlichen Unglück in Duisburg, bei dem 21 Menschen in einer Massenpanik ihr Leben verloren – und dass das endgültige Ende der Love Parade bedeutete.