Was im Rock und Metal-Bereich der New Metal und im Hip Hop der Trap ist, ist in der Elektroszene die vorrangig britische Erfindung des Drum and Bass. Die Musikrichtung ist innerhalb der Szene ebenso verschrien wie beliebt und wird von vielen als “Phase” oder “Jugendsünde” angesehen, der man früher oder später entwächst. Aber was genau ist eigentlich Drum and Bass, wo kommt es her und warum wird es von vielen so belächelt? Wir begeben uns auf Spurensuche.

Die Geschichte des Drum and Bass

Drum and Bass war, eben so wie das Schwestergenre Jungle, ein Underground-Stil, der sich im Vereinigten Königreich in den 1990er entwickelte. Er ging aus dem Breakbeat hervor und hatte ursprünglich starke Funk-Einflüsse. Drum and Bass besteht dabei aus verschiedenen Drumbreaks, die mit einem Basslauf verbunden werden – daher der Name. Einer der bekanntesten Breaks kommt dabei aus dem Drumsolo des Soul-Songs “Amen, Brother” von der Gruppe The Winstons von 1969.

Drum and Bass entwickelte sich sehr rasant und wurde schnell mehr als nur ein Underground-Hype. Vor allem in der britischen Rapszene wurden die Beats immer beliebter, was letztendlich Ende der 1990er, Anfang der 2000er zu Genres wie Grime oder Garage führte, geprägt von harten Beats, wabernden Sounds und harten, fast schon “ausgespuckten” Raptexten voller Slang.

Gerade Künstler wie Wiley oder Dizzee Rascal etablierten Drum and Bass in der Rap-Szene, wodurch die Bekanntheit weiter stieg und der Sound auch nach Amerika überschwappte.

Interessanterweise entwickelte sich der Stil jedoch sowohl in den USA als auch im Vereinigten Königreich recht uniform weiter, wodurch amerikanische Künstler wie Skrillex und britische Shootingstars wie Modestep immer noch sehr ähnlich klingen.

Dieser rasante Anstieg in der Popularität ist es auch, der Drum and Bass und dessen Weiterentwicklung, den Dubstep, zu einer Art “uncoolem” Genre im Underground machte. Die Künstler hatten sich und die Szene verkauft, Drum and Bass ist somit heute für viele nur noch eine Jugendsünde.