Während in den USA und im Vereinigten Königreich eine neue Art der Musik immer mehr in Fahrt kam und DJs aus dem Boden sprossen wie Pilze, war die Zukunft der elektronischen Musik in Deutschland noch relativ unbedarft. Zwar waren Bands wie Kraftwerk oder CAN schon dabei, elektronische Elemente in ihrer Musik zu verarbeiten, letztendlich war die Entwicklung aber mehr oder weniger stagniert. Bis der Südtiroler Musikproduzent und Komponist Giorgio Moroder in Aachen auf die Idee kam, zu seiner Gitarre, mit der er durch Europa tourte, den “Sound der Zukunft” hinzuzufügen: den Klick. Damit änderte er die Geschichte der deutschen elektronischen Musik maßgeblich.

Daft Punk erzählen seine Geschichte

Dass Moroders Idee, einen Klick als die Basis für elektronische Musik zu nutzen die wohl einflussreichste Idee in der modernen europäischen Musik sein sollte, wird nicht zuletzt dadurch deutlich, dass fast jeder Song, von Electronica bis Pop, einen Klick als Grundstruktur benutzt. Dabei war die Idee, ein Metronom als Taktgeber zu nutzen, nichts neues – lediglich der freche Einfall, das “Klick” dieses Metronoms als Teil des Songs hörbar zu machen war bahnbrechend für die elektronische Musik. Jedoch wissen viele nicht, dass diese einfache aber dennoch geniale Grundstruktur für unzählige Songs von diesem Produzenten aus Südtirol kam. Bis Daft Punk im Sommer 2013 ihr lang erwartetes viertes Studioalbum veröffentlichten und den Song “Giorgio by Moroder” als Lobpreisung an den Urvater der Electronica verfassten. In dem 9-minütigen Song erzählt Moroder selbst, wie er damals auf die Idee kam und was für weitreichende Folgen dies für ihn und für die europäische Szene hatte.

Genie im Hintergrund

Moroder ist allgemein sehr einflussreich für die Elektro- und Popszene der Welt. Der inzwischen fast 80-jährige produziert unter anderem Songs für Charlie XCX und Miley Cyrus, und ist auch 2014 mit einem eigenen Album wieder in den weltweiten Charts gelandet.